Modellorientierte Lese-Rechtschreib-Diagnostik               im zappl Berlin

Ziel der modellorientierten Diagnostik am zappl Berlin ist die Erstellung eines individuellen Leistungsprofils hinsichtlich der Lese- und Schreibfähigkeiten anhand standardisierter Testverfahren. Dabei werden sowohl die  sprachlichen Vorläuferfähigkeiten der Schriftsprache als auch Teilleistungen wie allgemeine sprachliche Fähigkeiten und zentral-auditive Fähigkeiten berücksichtigt. Die Ergebnisse der Diagnostik werden anhand anerkannter Modelle der Sprache und des Schriftspracherwerbs interpretiert (z.B. Logogenmodell). Betroffene und ihre Angehörigen erhalten im Rahmen eines kostenlosen Eingangsgespräches Informationen über Inhalte, Struktur und Ziele der modellorientierten Diagnostik und lerntherapeutischen Behandlung im zappl Berlin.

Da ein Teil der Kinder mit Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten auch Probleme in anderen schulischen Lernbereichen, in der motorischen Koordination, der allgemeinen Sprachentwicklung und/oder in der psycho-sozialen Entwicklung haben, findet in der Anamnese eine gezielte Befragung hinsichtlich dieser Begleiterscheinungen statt. Besonders die Kombination mit umschriebenen Rechenschwierigkeiten oder Defiziten in Aufmerksamkeit und Konzentration verdienen dabei Beachtung, um gegebenenfalls zusätzliche diagnostische und therapeutische Betreuung zu vermitteln. Besteht der Verdacht auf Begleitstörungen oder Sekundärsymptome in Bereichen der Aufmerksamkeit und Konzentration oder im sozial-emotionalem Verhalten, wird eine Begutachtung und ggf. therapeutische Intervention in einer externen Einrichtungen empfohlen (z.B. phoniatrisch-pädaudiologischen Abklärung, psychologische und/oder Intelligenz-diagnostik).



                    Abb.1: Logogenmodell in Anlehnung an Patterson & Shewell (1987)


Modellorientierte Lese-Rechtschreib-Therapie                 im zappl Berlin

Auf der Grundlage der Diagnostik wird ein individueller Therapieplan erstellt, der neben dem individuellen Leistungsmuster die Persönlichkeit, Motivation, Wünsche und Erwartungen des Klienten und der Eltern berücksichtigt.

Das therapeutische Vorgehen wird durch Ergebnisse der Diagnostik bestimmt und berücksichtigt das individuelle Leistungsprofil des Patienten mit seinen bereits erworbenen sowie unzureichend entwickelten Fähigkeiten. Ziele der Therapie sind einerseits die vollständige Behebung der Primärsymptomatik und andererseits der Abbau sekundärer Symptome (Lernblockaden, negatives Selbstbild, psychosomatische Beschwerden) Die Lese-Rechtschreibtherapie im  zappl Berlin stellt die Verbesserung der Primärsymptomatik in den Vordergrund der Lerntherapie.

Bei der Auswahl der Therapiematerialien kann im zappl Berlin auf eine umfangreiche Ausstattung an Therapieprogrammen, Lern- und Motivationsspiele sowie Lernsoftware zurückgriffen werden. Neben der symptomspezifischen Vorgehensweise werden mit dem Klienten Strategien erarbeitet (z.B. Korrekturstrategien, Lernstrategien), die zur Erhöhung der Selbstkontrolle beitragen und zu einer strukturierten, selbstständigen Arbeitsweise anleiten.

Zur Beeinflussung der Sekundärsymptomatik und möglicher Begleitstörungen des Klienten werden innerhalb eines eigenen Therapiebereiches spezifische Ziele formuliert. Dabei kommen Elemente aus Entspannungsverfahren, Verhaltens-therapie, Kraft- und motorischen Kombinationsübungen zum Einsatz sowie unterschiedliche Übungsvorschläge zur Verbesserung von Aufmerksamkeit und Konzentration.

Das therapeutische Setting variiert in Abhängigkeit von den Ergebnissen der Diagnostik und den Bedürfnissen der Klienten und Eltern. In der Regel findet die Therapie in Form einer Einzeltherapie einmal wöchentlich (45 Minuten) statt.


Kosten der Lerntherapie am zappl Berlin

Die Kosten für Diagnostik, Therapie und Beratung bei Lese-Rechtschreib-störungen sind in der Regel von den Betroffenen oder Eltern selbst zu tragen. Im Rahmen von Einzelfallentscheidungen ist die Kostenübernahme durch das Jugendamt möglich.